Die Navigation

15. Februar 2017

Der Weg ist das Ziel und eine Navigation das Herzstück einer Website.

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 "The Golden Five" - Fünf bis max. sieben Menüpunkte sind optimal.

Die Navigation ist das Herzstück einer Website. Sie leitet, führt und verführt die UserInnen. Ja, Sie haben richtig gelesen! Ein interessant benannter Navigationspunkt kann die User dazu verführen, länger auf Ihrer Seite zu verweilen und tiefer in die Thematik einzutauchen. Und mit jeder Sekunde mehr, die die/der UserIn auf Ihrer Website verbringt, steigt die Möglichkeit, dass er/sie auf den Kontakt-Button klickt oder Sie anruft. 

Doch mit der Verführung beginnt auch das Problem. Können Sie sich noch an die umgeknickten Ecken im Poesiealbum mit der Aufschrift „nicht lesen“erinnern? Jede Wette: Der Menüpunkt, mit der Benennung „nicht klicken“ hätte die meisten Klicks auf Ihrer Website. Aber leider haben nur menschliche UserInnen diesen Humor (zumeist jedenfalls). Google kann mit „nicht klicken“ jedenfalls nichts anfangen und kommt zum Schluss, dass der Menüpunkt nicht zur inhaltlichen Präsentation passt. Aber auch so manche UserInnen verlieren die Geduld, weil sie die für sie relevanten Informationen nicht sofort finden. UserInnen sind nämlich ein ungeduldiges Volk. 

In diesem Zusammenhang ist auch der unterschiedliche Sprachgebrauch ein Thema. So zum Beispiel kann mit dem Begriff Homepage im allgemeinen Sprachgebrauch durchaus ein gesamter Internetauftritt gemeint. Als Webdesignerin weiß ich allerdings, dass fachlich richtig nur die Startseite als Homepage zu bezeichnen ist. Dieses Dilemma wirkt sich nicht nur auf die Benennung der Navigationspunkte, sondern auf die gesamte Textgestaltung aus. Sprechen Sie nicht - oder niemals - die Sprache der UserInnen, kann sich dies weiters negativ auf die Positionierung im Suchergebnis auswirken. Denn letztendlich entscheidet die Benutzer, welche Begriffe bei Google eingegeben werden. Google Trend kann Ihnen hierbei eine Hilfestellung leisten. 

Was ist nun bei der Benennung der von Navigationspunkten zu beachten? 

Die Antwort darauf ist mit drei Adjektiven erklärt: kurz, logisch und schlüssig. D.h. Donaudampfschiffahrtspersonal,... ist keine gute Lösung, Wörter dieser Länge kann das menschliche Auge nur verzögert erfassen. Hinzu gesellt das Problem bei der Darstellung auf Smartphones. 

TIPP: Verwenden Sie nach Möglichkeit ein Wort, welches optimalerweise auch ein wichtiger Suchbegriff ist. 

Wie viele Navigationspunkte sind optimal? 

„The Golden Five“ - gilt hier als Faustregel. Zwischen 5 und maximal 7 Menüpunkte sind noch gut erfassbar. Je mehr Navigationspunkte auf einem Blick sichtbar sind, desto länger braucht der/die UserIn um sich zu orientieren. Mittlerweile sind hierarchische Menüs, die sich auf mehrere Ebenen erstrecken, Usus. Auch hier spielt Geschwindigkeit eine Rolle. Jede Unterseite sollte mit maximal drei Klicks erreichbar sein. Die thematisch logische und schlüssige Zuordnung der einzelnen Menüpunkte ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium.

Und plötzlich ist doch alles anders! 

UserInnen lernen. Beispielsweise war es früher üblich das Logo mit der Startseite zu verlinken und zusätzlich einen „Home-Icon“ oder den Menüpunkt Home für die Startseite anzuführen. Heute ist ein Home-Icon sozusagen Old-School. Ähnlich verhält es sich mit den „Menü-Icon“, den vor allem durch mobile Endgeräte bereits allseits bekannten "Hamburger-Icon", mit dem Menüs einfach ein- und ausgeblendet und auch am Desktop steht die gesamte Fläche für die Präsentation des Inhaltes zur Verfügung. Einzige Bedingung: Der "Hamburger-Icon" muss gut sichtbar angebracht und darf nicht vom Design geschluckt werden können. Ja, am Desktop ist der "Hamburger" eine Alternative, sofern dieser gut sichtbar angebracht ist. Dabei ist im Sinne der Barrierefreiheit auf den notwendigen Kontrast besonders zu achten. 

Darüber hinaus ist ein Trend zu Websites erkennbar, die gänzlich ohne Navigation auskommen. Websites, die einfach eine Geschichte erzählen und eine völlig neue Denkweise - fernab der herkömmlichen Strukturen - erfordern. 

Mehrere Wege führen zum Ziel 

Wie auch immer Sie sich entscheiden, die Sichtweise der/des UserIn kann eine andere sein. So ist eine Suche als Alternative zur klassischen Navigation bei umfangreicheren Webprojekten obligatorisch. 

Viele bunte Klebezettel ... 

Zurück zum Anfang. In vielen Fällen ist die Zeit noch nicht reif genug für Experimente. Die meisten Webprojekte lassen sich nach wie vor nur mit einer gewohnten Navigation realisieren und erfordern eine klare Struktur. Diese lässt sich erfahrungsgemäß effektiv mit der sogenannten Post-It-Methode im Team erarbeiten. Kurz erklärt: Jedes Teammitglied schreibt für sich zunächst jedes Thema und jede Idee auf ein Post-It. Danach werden diese thematisch sortiert und gemeinsam bewertet. Da sich die Navigationsstruktur durch einen Blick auf den (möglichen) Gesamtinhalt eines Internetauftritts oft automatisch ergibt, werde ich in einen meiner nächsten Beiträge genauer auf diese Methode eingehen. 

Autorin: Rosa Pessl